Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Beim Kauf eines Software-Produktes vergleicht man Features, Preise, Support und Co, um sich für die vermeintlich geeignetste Lösung zu entscheiden. Wenn man selber eine Software baut, ist das nicht ganz so einfach.

Eine Software einzukaufen, ist nicht nicht ganz trivial. Erlaube mir den Vergleich zum Autokauf: Da gibt es Kataloge, Vergleichsportale und bis ins letzte Detail standardisierte technische Daten, die helfen, die Angebote zu vergleichen. Bei der Auswahl hilft es, die eigenen Anforderungen und das maximale Budget genau zu definieren. Bei einer Software ist der Markt undurchsichtiger: Man muss zwar auch die eigenen Anforderungen an die Software, deren Betrieb und Kosten definieren können. Doch häufig bleibt nur die Wahl zwischen einem fixfertigen Produkt mit minimalen Individualisierungsmöglichkeiten (ein sogenanntes Software-as-a-Service-Produkt) oder einem kompletten Neubau. Was bei Software durchaus üblich ist, ist dir beim Autokauf bestimmt noch nie in den Sinn gekommen: Wer will schon ein Auto selber bauen?

Dank schlanken Technologien und einer grossen Anzahl an fähigen Entwicklungspartnern ist dies im Bereich der Software aber häufig der einfachere und langfristig auch kostengünstigere Weg. Kaufst du die Software, erübrigt sich der umfangreiche Teil der Umsetzung, da die Technologie bereits steht. Entscheidend ist, dass du den richtigen Partner für die Umsetzung findest.

Harte Fakten geben den Ton an

Neben den harten Fakten für die Wahl des Partners wie zum Beispiel den Preis gibt es einige andere Faktoren, die entscheidend für die erfolgreiche Zusammenarbeit sind. Es beginnt mit der Strategie beider Firmen. Diese müssen nicht identisch, aber miteinander kompatibel sein. Driften die beiden Partner mit der Zeit aufgrund der Strategie auseinander, erhöht sich das Risiko, viel früher als geplant wieder einen neuen Partner suchen zu müssen.

Je klarer auch die Idee der Software ist, desto einfacher ist es, einen Software-Lieferant auszuwählen. Web-Applikation und/oder Mobile App? Komplexe Algorithmen oder individuelle Geschäftsprozesse? Tiefes Branchenwissen oder eher allgemeines Know-how neu implementiert?
Können diese Fragen noch nicht beantwortet werden, erhöht sich das Risiko, dass ein möglicher Partner “sich verbiegt”, um zum Handkuss zu kommen. Besser ist, die Idee zuerst zu schärfen. Da kann man sich gleich auch gut dabei beraten lassen.

Transparenz als Grundstein zum Erfolg

Transparenz ist ein weiterer wichtiger Faktor. Je mehr Interna man gegenseitig offenlegen kann, umso besser. Dabei geht es um Themen wie Budget, Mitarbeiter, Referenzen, Prozesse, und viele mehr. Herrscht bereits bei der Evaluation des Partners Transparenz, wird das Risiko reduziert, dass während der Umsetzung der Software Unstimmigkeiten aufkommen. Idealerweise können sich die Firmen gegenseitig sagen, “so und so und so wird das ein gutes Geschäft für uns”. Das ist ein guter Grundstein, um gemeinsam erfolgreich zu sein.

Und noch der wichtigste Punkt zum Schluss: das Zwischenmenschliche. Während des Baus einer Software wird man viel Zeit miteinander verbringen. Man wird gemeinsam Fortschritte erzielen und Probleme lösen müssen. Die Menschen, die im Projekt zusammenarbeiten, sollten das gerne tun. Denn mit Spass wird alles viel einfacher.


Tomas Huber, CEO newsroom.tech